Updated on 9. September 2026
Hamburger Containerboard hat den digitalen Zwilling seines Altpapierplatzes in Pitten in Betrieb genommen, mit LiDAR-Echtzeit-Tracking von identpro und über privates 5G.
Am Standort Pitten von Hamburger Containerboard ist der digitale Zwilling des Altpapierplatzes live. Das hat der Papierhersteller aus der Prinzhorn Group jetzt öffentlich gemacht. Herzstück ist das LiDAR-basierte Echtzeit-Tracking von identpro, das Fraunhofer Austria nach einer detaillierten Anforderungsanalyse ausgewählt hat.
Der Platz war der letzte analoge Schritt
Vor einem weitgehend automatisierten Pulper lag bisher ein Prozess, der kaum Daten hinterlässt: Ballen kommen an, werden nach Sorte gestapelt, der Klammerstapler beschickt den Pulper nach Ballenverhältnis: drei von dieser Sorte, zwei von jener. Das funktioniert, schwankt aber stark mit dem jeweiligen Fahrer. Vor allem: Ein Ballenverhältnis ist kein Masseverhältnis. Ballen derselben Sorte unterscheiden sich in Gewicht und Feuchte, die Mischung driftet, es wird nachkorrigiert. Genau die Größe, die das Rezept braucht – der Faserstoffgehalt –, wird nirgends gemessen.
Jeder Ballen bekommt sein eigenes digitales Datenblatt
Ein Analysebohrer zieht je Anlieferung Stichproben und misst Nettogewicht und Faserstoffgehalt, Faserlänge, Aschegehalt,- und Feuchte. Aus einer EN-643-Einkaufssorte werden so Sub-Sorten, mit denen man ein Rezept tatsächlich rechnen kann.
Damit diese Daten am Ballen bleiben, erfasst das LiDAR-RTLS von identpro auf den Klammerstaplern gemeinsam mit einer Sensorik an der Klammer jede Bewegung: Aufnehmen, Absetzen, Umstapeln und Pulperbeschickung – ohne Scan, ohne Tor, ohne Etikett. Übertragen wird über ein privates 5G-Netz, öffentliche Netzabdeckung gibt es auf dem Platz nicht in ausreichender Qualität. Heute sind über 95 % der Ballen durchgängig nachvollziehbar – von der Anlieferung über das Umstapeln bis auf den Förderer.
Weniger Streuung, näher am Optimum
Der Fasereintrag pro Charge verläuft geglättet statt im Sägezahn. Weniger Frisch- und Premiumfaser wird als Sicherheitsmarge verbrannt, der Bestand ist live planbar, Rezeptanalysen lassen sich mit Rohstoffdaten korrelieren, und Lieferanten werden über Monate faktenbasiert bewertet, unabhängig davon, wer gerade fährt.